X-Men Trilogie – 2000 bis 2006

Ich muss gleich sagen, ich war kein großer Fan dieser Verfilmungsreihe, obwohl es schon einige coole Momente in den Filmen gibt und sowohl die Schauspieler als auch sonst vom technischen her einfach wenig auszusetzen ist. Aber ich hatte beim Ansehen nie das Gefühl, das ich beim Lesen der X-Men Comics früher hatte. Sprich objektiv gesehen hat die gesamte Trilogie schon ihren Reiz, aber für mich subjektiv gesehen waren die Filmemacher noch nicht ganz bereit die X-Men umzusetzen. Für diesen Review hab ich mir alle Teile erneut angesehen und ich muss diese Kritik doch etwas zurücknehmen – sie sind besser als ich sie in Erinnerung hatte.

Die ersten 2 X-Men wurden von Bryan Singer umgesetzt und der letzte wurde von Regisseur Brett Rattner. Den Unterschied merkt man auch ganz klar, denn von Bryan Singer  ist die Perle „Usual Suspects“ und obwohl Brett Rattner den ziemlich guten „Roten Drachen“ mit Hannibal gemacht, sind sonst eher Filme wie Rush Hour oder der neue Movie 43 von ihm, womit ein eher komödiantisches Resumèe seiner Filmographie zu ziehen ist. Ich muss dem Regisseur des dritten X-Men Films aber zu Gute halten, dass er etwas comic-typisch episches in den Film packen wollte.

In Sachen Schauspieler haben wir so viele Größen dabei, dass ich nur Namen und Filme, die schon dazu im Blog sind, nennen kann (sofern vorhanden – ansonsten einer der besten Filme des Schauspielers):

  • Hugh Jackman (Wolverine) -> Real Steal
  • Patrick Steward (Charles Xavier) -> Captain Picard in Star Trek New Generation
  • Ian McKellen (Magneto) -> Gandalf in Herr der Ringe / Hobbit
  • Famke Janssen (Jean Grey) -> 100 Feet
  • Halle Berry (Storm) -> Password Swordfish (Nacktszene :p)
  • Anna Paquin (Rogue) -> 25th Hour
  • Rebecca Romjin (Mystique) -> Austin Powers
  • Brian Cox (William Stryker) -> Planet der Affen Prevolution
  • Ellen Page (Shadowcat) -> Hard Candy / Super, Shut up Crime
  • Kelsey Grammar (Beast) -> Toy Story

… und noch einige mehr. Als Geheimtipp zu einer meiner Lieblingsschauspielerinnen Ellen Page: Eine ihrer ersten Rollen war in der genialen kanadischen Serie Trailer Park Boys als Tochter des Parkaufsehers Jim Lahey (alias Treena Lahey).

Die Handlung dreht sich eigentlich in allen drei Filmen mehr oder minder um Wolverine alias Logan. Wobei im ersten Film eigentlich Rogue noch parallel dazu im Zentrum der Handlung steht und im dritten Teil auch noch Jean Grey. Aber auch in diesen Fällen geht es immer um die Beziehung dieser Charaktere zu Logan.

Im ersten Teil versucht Magneto durch eine Maschine, die mit seinen Mutantenkräften betrieben wird, die Führer des Planeten ebenfalls in Mutanten umzuwandeln, während Rogue versucht mit ihren eher negativ belegten Kräften (sie entzieht Menschen bei Berührung die Lebenskraft) zurecht zu kommen.

Der zweite Teil wird durch William Stryker dominiert, der alle Mutanten auf dem Planeten mithilfe seines Mutieren Sohns, Charles Xavier und der Maschine Cerebro vernichten möchte. William Stryker ist auch verantwortlich für das Waffe X Projekt durch das Wolverine Adamantium-Legierung überall an seine Knochen gelegt bekommen hat und auch sein Gedächtnis verloren hat. Hier ist Wolverine der einzige wahre Hauptcharakter. Manche sagen auch, dass seine Herkunftsgeschichte in dem Film X-Men 2 besser erzählt wurde, wie in Wolverine Origins, dem ich sogar zustimmen kann – weniger ist oft mehr.

Jean Grey ist durch ihre ungebändigte zweite Persönlichkeit Phoenix die Hauptgefahr in X-Men 3 „Der letzte Widerstand“. Ein Pharmakonzern hat ein Serum entwickelt um die Menschen von ihrer Mutation zu befreien und gleichzeitig versucht Magneto mit seiner Liga der Mutanten Phoenix so zu entfesseln, so dass sie alle Nicht-Mutanten vernichtet. Die X-Men wollen dies unter einer neuen Anführerin verhindern.

Im Allgemeinen heißt es, dass der zweite Teil der beste der Reihe ist. Ich kann sagen, dass ich ihn in jedem Fall besser finde als Wolverine Origins, der für mich zu viele fragwürdige Actionmoment, eine ziemliche Verschwendung von Gambit hatte (auch wenn Gambit sonst in keinem X-Men Film auftaucht) und zu dem ich überhaupt einen sehr persönlichen Zugang habe, den ich wohl mal hier im Blog noch beschreibe. Für mich sind alle drei Teile nach wiederholtem Ansehen wirklich sehr unterhaltsam (Test der Zeit bestanden, obwohl ich damals bei Erscheinen enttäuschter war). Die positiven Aspekte der einzelnen Teile wären:

X-Men 1:

Der erste Teil ist eine simple Geschichte, die mit ihrer Einfachheit überzeugt. Die wichtigsten Beziehungen zwischen Charles Xavier und Magneto oder Wolverine und Jean Grey werden angedeutet aber bleiben sehr subtil. Das unterbewusst Störende an dem Film ist wohl, dass der erste Akt (die Vorstellung der Charaktere) ziemlich lange dauert und der zweite Akt praktisch nicht vorhanden ist und man sofort in den dritten Akt übergeht. Der beste Spruch ist wohl von Cyclops die Frage an Wolverine bezüglich des gewünschten Anzuges: was wäre dir lieber? gelbes Latex?

X-Men 2:

Hier sind bestimmt das Beste die Aktionszenen mit Nightcrawler und der künstlich verkrüppelte Sohn von Stryker macht auch Eindruck. Der starke Fokus auf Wolverine hat mich bestimmt damals gestört, denn ich wollte mal weitere X-Men in Aktion sehen und es kommen eigentlich nur Iceman und Pyro wirklich neu hinzu neben eben Stryker als menschlicher Bösewicht. Ich mein es ist jetzt nicht die umfassendste, komplexe Geschichte, wie zum Beispiel in der X-Men Comic-Reihe „Zeit der Apokalpyse“ (die ich jedem Fan sehr empfehlen würde), aber ich denke für einen Film kann man sowas auch nicht erwarten – vor allem bei begrenztem Budget. Eben nachdem wir die Verfilmung von Wolverine Origins kennen, stört mich auch der Fokus auf den guten Logan viel weniger.

X-Men 3 – der letzte Widerstand:

Dieser Film wird am meisten kritisiert aus der ursprünglichen X-Men Reihe, doch meiner Meinung nach hat er das nicht verdient, denn wie schon gesagt ist zumindest der Story-Ansatz episch genug für einen X-Men Film. Absolut mies ist Juggernaut in dem Film. Ich könnte jedesmal kotzen wenn ich ihn sehe und die Szene im Trainingsraum zu Beginn gegen den Sentinel zeigt was ein X-Men Film sein hätte können. Deshalb wohl meine früher schlechte Meinung zu den ersten beiden Teilen, denn die X-Men tragen normal Schlachten auf ganz anderem Niveau aus und die Handlungen der ersten beiden ist eher was für ein Solo-Wolverine-Comic. Demnach ist das mit Jeans Allmacht als Phoenix schon gut aus den Comics importiert und auch die größere Anzahl der Mutanten fand ich gut. Ich kann ein paar Storypunkte die kritisiert werden, die ich hier nicht unbedingt Spoilern will (Serum/Tod/Engel usw.) durchaus nachvollziehen, aber für mich waren X-Men Geschichten immer auf diesem globalen Niveau und deshalb verzeihe ich einige Makel.

Fazit:

Obwohl mir die Filme früher nicht so gefallen haben, würde ich jedem X-Men Fan raten, sie sich nochmal anzusehen, denn sie sind auch aus heutiger Sicht oder gerade mit etwas Abstand zu den damaligen Erwartungen doch sehr unterhaltsam. Für mich kommen sie nicht an X-Men First Class heran, aber ich muss sagen für einen Comicfan sind sie Pflicht. Vor allem gehört X-Men 1 auch in die Reboot-Zeit der Comicverfilmung – zusammen mit Spiderman und Blade. Ohne diese hätten wir wohl heute eine Vielzahl an Filmen nicht wie die Dark Knight Saga aber auch Filme wie Kick-Ass.

Das mit dem Abstand zu Erwartungen von damals hat übrigens nichts mit einem zurückschrauben von diesen zu tun, sondern eher mit einem Anerkennen der anderen Werte der X-Men Verfilmungen wie die Darstellung der Außenseiter-Rolle der Charaktere und ähnliches. Es sind keine geringeren Erwartungen als damals im Jahr 2000, sondern einfach verschobene.




2 Kommentare

  1. […] Regisseur des Films heißt Bryan Singer und er wurde hier im Blog durch die X-Men Filme schon erwähnt. Er war auch einer der Produzenten von House M.D. und hat damit bestimmt seine […]

  2. […] epischer, charakterfokussierter und bringen immer mehr das Comicgefühl rüber, das mir bei der ersten Trilogie so gefehlt hat. Ich weiß, ich vergleiche immer zu viel mit der Nolan Dark Knight Trilogie, aber […]


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Der Beitrag wurde am 22. September 2013 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Comicverfilmung gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.